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Bevölkerung, Sprache & Religion
Die letzte Volkszählung im März 2006 ergab eine Gesamtbevölkerung von 140 Millionen. Die Lebenserwartung beträgt 51,3 Jahre bei Männern (in Deutschland: 76,2 J.) und 51,7 Jahre bei Frauen (D: 81,8 J.). Die Geburtenrate je 1000 Menschen ist 45,4 (D: 8,3). Die Todesrate je 1000 Menschen liegt bei 15,4 (D: 10,1). ![]()
Die größten und politisch einflussreichsten Völker in Nigeria sind die Hausa und Fulbe, die 29% der Bevölkerung ausmachen, die Yoruba (21%) und die Ibo (18%). Hinzu kommen etwa 400 zum Teil sehr kleine ethnische Minderheiten. Gesprochen werden vor allem Yoruba, Hausa und Igbo und 434 andere Sprache. Amtssprache ist Englisch, der Alphabetisierungsgrad in Englisch beträgt 53,3% (Stand 2006).In Nigeria besteht eine kaum überschaubare Vielfalt an religiösen Gemeinschaften und Sekten. Rund 50% der Nigerianer sind Muslime, 40% sind Christen und die restlichen 10% bekennen sich zu einer Naturreligion. Nordnigeria ist überwiegend islamisch, der Süden christlich geprägt. Fetischismus und Ahnenkult spielen im Christentum wie im Islam eine große Rolle. Bildung In Nigeria herrscht eine 9-jährige Schulpflicht vom 6.-15. Lebensjahr. Dennoch besuchen nur etwa 50% aller Kinder eine Schule. Schulen und besonders Hochschulen befinden sich in außerordentlich schlechtem Zustand. Hinzu kommen die geringe Motivation der Lehrkräfte und die enorme Zahl an Streiks, weswegen der Unterricht zuweilen vollständig unterbleibt, bedingt durch ausbleibende Gehaltszahlungen. ![]() Da der Besuch öffentlicher Schulen schon längst nicht mehr gewährleistet, Rechnen, Schreiben oder Lesen zu lernen, wächst vor allem in den Städten Lagos und Abuja die Zahl privater Bildungseinrichtungen, welche versuchen den Erwartungen der aufstrebenden Mittelschicht gerecht zu werden. In einigen Provinzen des Nordens sind alle Schulen geschlossen. Es finden sich hier nur noch Koranschulen. Kriminalität Insbesondere seit dem Ende der Militärdiktatur 1999 haben sich in Nigeria zahlreiche Bürgerwehren, Schutztruppen und Gangs formiert, die sich teils als ethnische, teils als religiöse, teils als politische Bewegung verstehen. In den Großstädten gibt es eine Vielzahl von Jugendbanden, die allgemein als Area Boys bezeichnet werden. Drei Kriminalitätsfelder treten immer wieder in den Fokus des öffentlichen Interesses: 1. Kriminelle Banden zapfen Öl-Pipelines an und verkaufen das abgezapfte Öl auf dem Schwarzmarkt. Ausgelöst durch Funkenbildung hat es schon eine Vielzahl von Explosionen mit Hunderten von Toten gegeben. 2. Der Vorschussbetrug, der als Nigerianische Betrugsmasche der „Nigeria Connection “ bekannt ist. 3. In Nigeria sind Entführungen keine Seltenheit. Während kriminelle Organisationen sich von der Entführung ein Lösegeld versprechen, kämpfen Rebellenorganisationen oft für politische Forderungen. Die meisten Geiseln kommen nach Zahlung eines Lösegeldes wieder frei.
April 2008
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