| Geschichte & Politik |
1861 begann die Kolonisierung Nigerias durch Großbritannien. In vorkolonialer Zeit existierten auf dem Gebiet des heutigen Nigeria verschieden Staaten (Yoruba-Königreiche Oyo und Ife, Königreich Benin, u.a.). 1960 erhielt Nigeria mit einer föderalen Verfassung die Unabhängigkeit. Die politische Entwicklung war seither gekennzeichnet durch die höchste Anzahl von Militärputschen in ganz Afrika. 1967-70 tobte der grausame Biafra-Bürgerkrieg. Die 70er Jahre waren ökonomisch durch einen massiven Ölboom gekennzeichnet. Nigeria wurde der größte Erdölexporteur Afrikas. 1995-98 herrschte eine der brutalsten Militärdiktaturen in der nigerianischen Geschichte. Lediglich vier Zivilregierungen existierten seit der Unabhängigkeit des Landes. Gemäß der nach amerikanischem Vorbild entworfenen Verfassung, die 1999 in Kraft trat, verfügt Nigeria über ein präsidiales Regierungssystem mit einem Senat und einem Repräsentantenhaus. Darüberhinaus gewährleistet die Verfassung ein Mehrparteiensystem und alle 4 Jahre stattfindende Wahlen. Die letzten Wahlen, bei denen Umara Yar`Adua mit offiziellen 70% der Stimmen zum Präsidenten gewählt wurde, fanden im April 2007 statt. Nigeria ist in 36 Bundesstaaten eingeteilt, ergänzt durch das Hauptstadtterritorium (Federal Capital Territory, FCT) um Abuja.
Kranke, Arme und Alte sind auf Familienhilfe angewiesen, nur
Regierungsbedienstete kommen in den Genuss öffentlicher Fürsorge.
Niedrige Einkommen, die schnell wachsende Bevölkerung und die leeren
Staatskasse führten zum Scheitern aller Pläne, ein Gesundheits- und
Rentensystem zu schaffen. Epidemien fordern bei der unterernährten und
schlecht versorgten Landbevölkerung oft Tausende von Opfern.
April 2008
|